Bier und Kunst. Bier ist Kunst. Der Maler und Musiker Harald Goldhahn (verstorben 13.12.2009) hat die Themen Bier, Ruhrgebiet, Bierstein und Brauereien kongenial ins Bild gesetzt. In loser Folge erscheinen weitere Biermotive von ihm. www.edition-coq.de
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Kurztest Selten waren sich die Tester vom See und vom Friedhof so uneinig: Zwei süddeutsche Bügelflaschen brachte Herr W. ins Spiel und Glas: Holzar-Bier "nach Urväter-Art" aus Sonthofen (Privatbrauerei Höss) und das Schussenrieder "Original No. 1" aus der Erlebnisbrauerei in Baden-Württemberg. Konnte Holzar (5,2 %) wenigstens Herrn W. mit "malzig, mild und dunkel" zu zwei Sternen verleiten ("schmeckt!") musste er doch beim "No.1" die Schnute etwas verziehen: zu hell für ein gepflegtes goldgelb, eine milde, aber undefinierbare Duftnote, flacher Geschmack, nein, sehr flacher Geschmack, aber langer bitterer Nachtrunk. Die 4,7% brigen nix und doch gibt Herr W. einen Stern. Herr Bierstein möchte keines der beiden jemals wieder freiwillig trinken. Nach so einem Test geht es natürlich auf den Sportplatz um fit und schlank zu bleiben!
Kurztest II Ohne wenn und aber: Fast alles aus der Barre-Brauerei im Norden Nordrhein-Westfalens (Lübbecke) ist das ausgedehnte Testen und heftiges Trinken wert. Pauschal für das Sortiment zwei Sterne. (H.B.)
26.8.2010 Beer News: Aus der Tudor Brewery in Wales kommen zwei Real Ales neu in die Verkostung: Sugarloaf, ein kräftiges Bitter mit vielen verschiedenen Malzen und fünf Hopfen, hat einen interessanten Geschmack, einen langen Nachtrunk und ein dunkles Braun. Wie ein kräftiges Schwarzbier, jedoch mit nur 4,7%! Lecker. Gut. Weniger gut: Blorenge, ein zitrusfruchtig schmeckendes bierähnliches Getränk. Ein Waliser Ale, das ruhig dort bleiben kann! Bitte mir keins mehr mitbringen! Vielleicht ist es ja in Wales im Sommer für einen Weizenbiertrinker eine Alternative? PS: Funktioniert gut als Fliegenfalle! Und dann ab ins Gebüsch! Skirrid wird noch verkostet werden. (H.B.)
3.8.2010 (H.B.) Bevor wir uns einem weiteren seriösen Test mit britischen Produkten zuwenden, heute mal ein Beispiel, wie es unseriöser nicht sein kann. Was sich die "Tester" dabei gedacht haben, wolen wir gar nicht wissen! Am 23.7. wurde dem 40jährigen Bestehen einer Führerscheinprüfung eines Redaktionsmitgliedes gedacht. Dass der Kollege ununterbrochen im Besitz des "Lappens" sein soll, halten Fachleute für ein Gerücht!
(H.B.) Zur besten Sendezeit traf sich das belgisch-niederländische Test-Panel, um endlich die gebunkerten 53 % Volumenalkohol zu testen. Während Frankreich unorganisiert und auch irgendwie desorientiert schien, zeigten sich Vorkoster Bierstein und sein Team in Topform. Bei Anpfiff des Spiels in Kapstadt wurde Affligem Dubbel mit 6,8% als Starter ausgesucht und eröffnete rund und lecker das Spiel, ohne jetzt die ganz großen „Ohs“ und „Ahs“ hervorzurufen. Eine kleine Vuvuzela.(Affligem, Opwijk, Belgien). Eingewechselt gegen Ende der ersten Halbzeit zeigte sich das Jessenhofke Kruidenbier von seiner besten Seite und begeisterte mit seinen für ein Tripel normalen 8%, die aber so frisch und munter mit einem kräftigen Schaum umhüllt wurden, dass es nur so eine Art hatte. Die Vuvuzelas erklangen erstmals! Und mehrfach! Diesem Kräuterbier gehört die Zukunft! (Jessenhofke, Hasselt, Belgien). Während Uruguay und Frankreich weiterhin zäh aneinander vorbei spielten und auch der Platzverweis nicht für die erhofften Tumulte sorgte, musste ein Routinier die zweite Halbzeit bis zum Schlusspfiff überbrücken. Chimay Premier tat das gewohnt souverän in Form einer 0,75l Flasche (8%). Zwei Vuvuzelas schienen eine gerechte Belohnung zu sein. Zeitgleich mit dem Schlusspfiff in Südafrika wurde ein Maredsous Tripel ins Rennen geschickt und enttäuschte umgehend. Der Braumeister verstand es nicht sooo gut, die 10% zu verpacken. Viel Alkoholgeschmack, eine Spur von Phenol, kein Malz, keine Frucht, viel Furcht. (Maredsous, Denee, Belgien) Die doppelt enttäuschten Tester (Spiel schwach und 0:0, Maredsous ebenfalls neben der Spur) brachten sofort Grolsch Kanon ins Spiel. Hier wurden die 11,6% bedeutend besser verpackt. Auch taktisch wurde die Einwechselung des „Kanonenschlags“ klug gewählt. Während er in den Krügen funkelte und lebhaft vor sich hin perlte, begannen die ersten Zungen in der Testmannschaft zu versagen. Kompensiert wurde das durch parallel auftretende Hörstörungen – also keinerlei Beeinträchtigungen! Aber eine dicke Vuvuzela (Grolsch, Enschede, Niederlande) Mittlerweile dämmerte der neue Tag schon in Südafrika und als allerletzter Gruß kam dann noch ein leichter Kamerad des Weges, der vielleicht lecker, gut oder nicht gut war. Jedenfalls konnte sich niemand mehr so recht an ihn erinnern. Brugge Tripel und seine 8,6% bekommen garantiert noch eine Chance während des Turniers… und vielleicht auch eine Vuvuzela? (Palm, Steenhuffel, Belgien).
"It was me." ("Das hab ich geschrieben.") kritzelte Michael Jackson (der wahre) in Herrn Biersteins Büchlein im August 2003. Es sei ihm verziehen.
Bier des Monats Januar 2010: Allersheimer Urpils. Keine Sau kennt die Gegend zwischen Paderborn und der DDR-Grenze, das sogenannte Weserbergland. Die vom ProBier-Club vorgestellten Biere mit dem Schwerpunkt „Urpils“ überraschen deshalb wirklich nicht mit ihrer soliden Langeweile. Wenn’s denn dem Weserbergländer gefällt… Der Rest Norddeutschlands darf sich gerne von diesen Braukünsten fernhalten. Tut nicht weh, muss nicht sein. (H.B. 23.1.2010)
16.1.2010 BIER DES JAHRZEHNTS! Reißerisch gab sich der Bierclub.de und schickte ausgesuchten Testern eine Auswahl von Bieren, die es in den letzten elf Jahren jeweils zum BIER DES JAHRES gebracht hatten. In der Auswahl u.a. Pott's Landbier, Schlappeseppel, Altstadt Dunkel, Lösch Zwerg. Die regionale Testgruppe um Herrn Bierstein warf sich mit Hingabe in den Karton und roch, probierte, diskutierte bis das Ergebnis feststand: Commerzienrat Riegele mundete am besten und landete mit etwas Vorsprung vor dem Schlappeseppel Special. Nachtrag Juni 2010: Tatsächlich wählten Tausende von Bierclub-Mitgliedern (kein Scheiß!) Commerzienrat Riegele! Was bei der Konkurrenz auch nicht so schwierig war...
Mit einer zweifelhaften Gabe zum Jahresende überraschte der Dortmunder Bierclub seinen eisenharten Trinker und Tester nicht wirklich. Beim Öffnen des Ninepacks kamen schon leise Zweifel beim Entziffern des Wortes „Kassel“ auf und als dann noch MARTINI-Brauerei zu lesen war… Trotzdem wurde dem Weihnachtsbier mit Respekt begegnet. In aller Form gegossen und genossen. Oder eher nicht. Auch die Proben 2 und 3 jeweils drei Tage später ließen weder Freude noch so etwas Sympathie für diese seit jeher zweifelhafte Braustätte aufkommen. Keine Frage: die Beigaben Meister Pils und Naturtrüb fielen dagegen noch strk ab! Einzig das Edel-Pils tat nicht weh, schob sich herb und frisch den Schlund hinunter und war dann ohne Getöse auch schon vergessen.
Überflieger des Monats: Einbecker Winter-Bock. Ein Bier der Extraklasse, bockiger kann ein Bier kaum sein. Von Null auf die Vorschlagsliste zum Bier des Jahres 2009! (13.11.09, H.B.)
Tja, wer da den Schuss nicht gehört hat... Niemand traute sich mit Herrn Bierstein dieses kleine Döschen zu probieren. Also kam ein sehr subjektiver Test, fast schon ein "Selbstversuch", dabei heraus! Viel besser als befürchtet, die mehr als 10% umschmeicheln Hopfen und Malz und das gute Brauwasser aus der Graapschap tut sein Übriges dazu. Das antike Glas auf dem Foto hat mit der Grolsch-Kanon-Probe nichts zu tun. Es schmuggelte sich in einem unbewachten Augenblick auf das Bild... (H.B. 18.10.09)
Enttäuschung im Oktober 2009: Die Wiederauflage von SCHLEGEL. Hat SChlegel damals wirklich so geschmeckt? Kein Wunder, das die Marke vom Markt verschwand... Neu gebraut in Schwelm bei der Schwelmer Brauerei. Die BERGMANN BIER - Marke aus Dortmund soll nach einer angeblichen erfolgreichen Testphase auch wiederbelebt und in einer eigenen Braustätte zum Leben erweckt werden! Wir bleiben dran...
13.9.09 (H.B.) Der erste Biertest im Wintersemester zog gleich ein hochrangiges Panel an. Nach Roger Protz stürzten sich gleich vier Tester auf die Produkte der St. Austell Brewery in Cornwall. Maßvoll, aber zügig und begleitet von vielen "aahs" und "oohs" und "och nees" wurde dieser sympathische Botschafter Cornwalls am hellichten Tag weggezischt - Kopfschmerzfrei, wie die Teilnehmer später unter Eid bezeugten!
Ein Blick auf das Cornish Portfolio: Clouded Yellow, St Austell Tribute und Admiral's Ale. Da kann sich die Rother Ökobrauerei, deren Produkte der Bierclub.de im September seinen Mitgliedern aufnötigte, aber in Bezug auf Geschmacksvielfalt und Trinklust was abkucken! "Öko" muss nicht soo langweilig schmecken, verehrte Roth-Brauer! (nicht verwandt mit dem Kollegen und Wurstpapst Jürgen Roth)
Eine starke Viererkette präsentiert der Bierclub im Juni 2009: Aus der Mengersen'schen Dampfbierbrauerei in Rheder (Ostwestfalen, Nähe Sittensen) kommen ein feines Pils, ein milder Bock und hervorragender HUSARENTRUNK (Kandidat zum Bier des Jahres!). Das St. Annen Dunkel kann da nicht ganz mithalten. Grund zur Klage gab es beim Gebinde: diese leckeren Biere waren jeweils in 0,33 l - Fläschchen abgefüllt. ETWAS MEHR WÄRE BESSER GEWESEN!
Ein Bier wie in Stein gemeißelt! LEIKEIMER STEINBIER. Da hat der Dortmunder Bierclub mal wieder einen der seltenen Kandidaten für das Bier des Jahres 2009 aus dem Hut gezaubert!. Der Rest des Altenkunstadter Fammilien-Brauhauses darf gerne dort bleiben. Das Schwarzbier trieb einen westfälischen Koster zu folgender Wertung (?): "Mild, mit fast biblischer Bittere, um nicht zu sagen: Bitterkeit. Bleib mir wech damit!" (H.B. Mai 09)
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Ein guter Freund, der seit Februar einen Stammplatz im Bierkeller hat: ANIMATOR von Hacker-Pschorr. (H.B.)
Da hat die Schwelmer Manufaktur aber Besseres im Portfolio! Zum Beispiel ein Ur-Pils, das direktement auf die Liste zum Bier des Jahres gesetzt wurde. Oder der BERNSTEIN-BOCK! Na ja, war ja auch nur 0,33 im verbügelten Fläschchen und geschadet hat's auch nix... (Th in Vertretung für Herr Bierstein, 5.4.09)
Das war ein Vergleichskampf auf hohem Niveau! Der Dortmunder Bierclub schickte ein Ketterer Edel und ein Schwelmer Ur-Pils zur Verkostung. Das Edel stellte sich als sehr mild, aber charakterlich einwandfrei dar. Guter Geruch, Rezens, Schaum - alles paletti in Hornberg (Schwarzwald)! Wäre da nicht die Aufschrift "Vollmundige, würzige Bierspezialität". Also würzig nun wirklich nicht! Lecker, flockig, süffig, prima, aber nicht würzig! Das steht dem Ur-Pils zu! WÜRZIG zu sein ohne durch aufdringliche Bitterkeit aufzufallen. Unglaublich! Steht schon auf der Kandidatenliste zum Bier des Jahres!(Hr. Bierstein, 4.4.09)
Da sitzen sie nun im JAMES (der kleinen lauschigen Bar in einer westfälischen Provinzhauptstadt) und prüfen mal wieder was das Zeug hält: Farbe, Temperatur, Geschmack und Geruch. Kein Mikro eines aufgedrehten Jugendsenders stört, keine dummen Fragen. Herr Taubier, Bill Bier und natürlich Bierstein (gerade auf dem Weg zum Klo) immer ernsthaft und dabei mit Hingabe bei der Arbeit. Im internationalen Vergleichskampf lag dann schließlich aus der Brasserie d'Hombourg (Belgien) das helle, kräftige Brice vorne, Pinkus' JUBILATE, Old Peculier und Holy Grail (im Cross-Blind-Double-Test) knapp dahinter auf dem geteilten zweiten Platz! (H.B. 17.3.2009)
Haltern. (H.B.) Bierkulinarium? Im Sythener Gastro-Event-Tempel Flora kam es am vergangenen Wochenende zu einer Massenverköstigung verschiedener Biere. Neben der Pott’s-Palette galt es auch noch mehr oder weniger wahllos zusammengestellte Sorten zu klassifizieren und identifizieren. Knapp 40 Biertrinker, der Großteil davon der Sauerland-Fraktion zugehörig, ließen sich von Bier-Sommelier Klein aus Oelde und Restaurantbesitzer und Koch Pfeiffer mehr als vier Stunden rund ums Bier verwöhnen und informieren. Tiefpunkt des Abends: zum Obstdessert mit leckerer Malzbiersauce Pott’s Weizenbier. Höhepunkt war das selten in unseren Breiten zu beobachtende „Stacheln“ eines Bieres. An diesem Abend mit dem Andechser Dunklen Doppelbock eine gute Wahl! Für 30 € war man rundum gut bedient, fortgeschrittene Trinker dürften sich allerdings eher bei einer „erweiterten“ Pott’s Brauereibesichtigung gefühlt haben. (22.2.09)
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Bierkulinarium, Teil 2: In der schlichten Ausführung harmoniert die Frikadelle (i.e. Fleischpflanzerl, Klops, Bremsklotz u.a.m.) ausgezeichnet mit einem Hövel's oder Kronen Bier und einem mittelscharfen Schwerter Senf. Dieses Arrangement fanden wir in einer münsterschen Traditionsgaststätte. Achtung: niemals Fisch-Frikadellen oder gar Fischbrötchen bestellen! (Winter 2007)
Dortmund. (BC) Einen guten Griff tat endlich mal wieder Deutschlands größter Bierclub. Die Distelhäuser Palette konnte bis auf die untrinkbaren Weizensorten insbesondere mit dem Dinkel überraschen und erfreuen! Das Distelhäuser Dinkel - wahrlich ein Bier des Monats!
Biere des Jahres 2008 in den Kategorien "Weihnachtsbier und Winterbier", "Alltag", "Feiertag", "Theke und Stadion" und "Mutig, mutig, Herr Braumeister!" werden bald an dieser Stelle veröffentlicht. (H.B. 26.12.08)
Bier des Jahres "Winterbiere / Weihnachtsbiere" : Altenmünster Winterbier, Heidelberger Weihnachtsbier, Iserlohner Winterbier
Bier des Jahres "Alltag": Pinkus Müller Spezial, Schwelmer Bernstein, Paulaner Salvator
Bier des Jahres " Feiertag": Chimay Premier, Exmoor Gold, Fuller's ESB
Bier des Jahres "Theke und Stadion": Diebels Alt (weitere Kandidaten waren nicht aufzufinden)
Bier des Jahres "Mutig, mutig, Herr Braumeister": Fuller's Honey Dew, St Peter's Organic, Fiege's Schwarzbier
Die Abstimmung kann beginnen! In jeder Kategorie können maximal zwei Sorten von den Trinkern benannt werden. Prost!
Das war sie nun, die erste Bierprobe anno 2009. An einem regnerischen Abend trafen sich Top-Trinker, Bierverleger, Schwadroneure und Fachleute zur bilateralen Verkostung in einem dunklen Schuppen in einer dunklen Nebenstraße einer Nebenstraße einer westfälischen Provinzhauptstadt. Bestens betreut von Vortragskünstler und Kellermeister Mr. Axel taten die Kenner mehrere tiefe Schlucke und gaben tief bewegt am Ende des Abends ihre Wertungen bekannt.
Saubere Gläser, die Hände gewaschen, die Nase geputzt - auf geht's!
Der GROUSE BEATER kommt mit 4,2% recht locker daher und als Besonderheit die Yorkshire-Heidelbeere in seiner Maische versteckt. Die gibt überraschend viel Aroma, die rasante Hopfenzugabe bewahrt das Moorhuhn aber davor, wie ein belgischer Fruchtzwerg daher zu kommen. Interessant und ein Probieren wert!
Gläserwart Roland T. bei der Arbeit: das XB kam sauber ins Glas und durch den Hals - hinterließ aber nicht mehr als einen ordentlichen Eindruck.
Ein kurzer Spaziergang in Masham / Yorkshire und man kommt von der Thaekston Brauerei zur Black Sheep Brewery von Paul Theakston. Wie bei anderen Tests weiter unten schon erwähnt, ein umtriebiger Brauer mit exzellenten Bieren in kleinen Mengen auf dem Markt. Mr. Axel musste speziell für die Verkoster-Truppe in seinen Keller gehen, um den / das HOLY GRAIL zu beschaffen. Und das war war wohl getan, denn erste "Aaaahss" und "OOOhhhss" schallten durch den dunklen Wirtsraum.
Gläserwart T. wurde etwas unkonzentriert und beinahe wäre vom JOUP aus der Brasserie d'Hombourg nichts ins Glas gekommen! Dieser dunkle, kleine belgische Zwerg (0,33 l ) kam sehr alkoholstark und dabei mild und vollmundig daher bzw. um die Ecke und der treue Gläserwart meinte denn auch:"Hier werden die 7,5% schön verpackt." Oui, oui...
"Dieses Bier hat keinen Abgang, sondern einen Aufgang," stellte Gläsersammler R. lapidar fest. Wie meinen? "Na, kitzelt den Gaumen und will in die Nase." Aahh ja... Nun, was die Brauer in Hombourg da mit der Maische und einem gefühlten Doppelzentner Holunderblüten (!) anstellen ist schon recht aufregend und bleibt haften. Also nach Hombourg! Aber wie? Also erstmal Aachen, dann links Belgien, geradeaus, etwas links halten, nicht Richtung Bruxelles, weiter die schmale Straße. So, wenn jetzt das Schild "PARIS 250 km" kommt, sind Sie falsch. Durchfragen! Lohnt sich für die Kleinbrauer-Brüder in Hombourg auf jeden Fall! Übernachtungsmöglichkeit über dem Zapfhahn. (Diese Info ist kostenlos, aber ohne Gewähr. Wir glauben mal dem Mr. Axel, der schon vor Ort war)
Das war sie nun wirklich, die erste Bierprobe 2009. Platz 5 belegt das Theakston XB knapp vor dem GROUSE BEATER, der mit seiner interessanten Heidelbeernote punkten konnte. Die belgische Holunderblüten mit den heftigen 7% könnte an einem warmen Sommerabend oder zu einem leckeren Wildgulasch noch mehr auffallen. Deutlich vor den Theakston-Flaschen! Platz 2 geht aber nach Masham wie der Glückwunsch an Paul Theakston, der auch Monty Python mit dem Holy Grail in Ehren hält. Also war dann JOUP wohl der Sieger? Genau! ( (c) Herr Bierstein)
Wenn man in England Glück hat, findet man ein "Pub", kriegt ein Bier und hat möglicherweise genug Geld dabei, ein zweites Bier zu kaufen. Ein half pint Fuller's Honey Dew (s. Abb.) kostet aktuell 1,60 BRP (= 1,95€). Aber in einem Pub wie THE CROWN in Islington in der Cloudesley Road zahlt man das gerne. (Top-Tip von Bierstein!)
Wenn man etwas weniger Glück hat, muss man leider draußen bleiben und steht doof ("Dove") an der Themse rum.
Zum "Wirt des Jahrzehnts" wurde Heinz P. von vielen seiner Gäste ernannt. Der von Vielen wegen seines Gerechtigkeitsinnes, seiner modischen Erscheinung und seiner vielfältigen pädagogischen Wirtshaus-Konzepte beliebte Mann nahm den Ehrenpreis tief bewegt und dabei doch kaum von der Arbeit aufschauend in Empfang. Danke, Heinz P.!
Mal ehrlich: wann haben Sie zuletzt ein Bier nach zwei, drei, vier Schlucken fort geschüttet? Gilt jetzt nicht für WARSTEINER oder abgelaufenes MHD! Meist es doch so, dass man austrinkt, aber auf ein zweites Glas oder ein zweites Fläschchen dankend verzichtet, oder? Na also! Kommen wir zu einigen schlimmen Dingen, die in den letzten Wochen passiert sind. Nicht alles was aus dem Osten kommt ist gut. Das mag man erst einmal nicht glauben und denkt an Gurken, Energie Cottbus, Dynamo Dresden und Angela Merkel. Was sich aber die Bergquell – Brauerei Löbau in 02708 Löbau mit ihrem „Schwarzes Lausitzer Porter“ ist nicht nur geschmacklos sondern hochgradig Ekel erregend! Allein die Etiketten vermitteln einem Porter – Novizen das Gefühl, bisher etwas verpasst zu haben: „eines der ältesten Porterbiere Deutschlands“, „sagenhaft süffiger Geschmack dieses einzigartigen Dunklen“, „Kenner der schwarzen Braukunst“ („schwarze Braukunst“? also doch kein Brauereiprodukt? Anm. des Red.). Diese unglaubliche Plörre wird tatsächlich im Ruhrgebiet im Normalpreis-Segment (0,5l = 0,85€) angeboten, aber man muss ja nicht alles annehmen! Greifen Sie aber ruhig bei SCHLAPPESEPPEL URBRÄU zu. Ein „extra Dunkel“ der Schlappeseppels, das weiter keinen Schaden anrichtet und auch nicht mehr in Aschaffenburg sondern in Großostheim gebraut wird. Natürlich geht manchem dieses hessisch-bayrische Getümel („Unser Seppel’sche“, „Das Rezept des Schlappeseppel“ – haha, wir befinden uns im 30jährigen Krieg!) und Gebrabbel (Urban Priol) auf den Keks und sicher auch das Pils und Special derer, die sich unlängst an einen „Global Player“ verkauft haben. Aber das URBRÄU trinken Sie ruhig! Herb, malzig, abgestanden. So kommt das Paulaner ORIGINAL MÜNCHNER DUNKEL kurz vor Ablauf des MHD um die Ecke bzw. ins Glas. Lag’s daran? Fast ungenießbar! Allerdings steht die B-Probe noch aus. (Jim Mälzer, Gasttrinker)
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Exmoor Ales, Golden Hill Brewery, Somerset, UK
Das Exmoor Gold Ale läuft schön ins Glas, bildet einen schönen, ja, unenglischen Schaum. Eines der wenigen Biere, wo der britische Brauer mit einer Malzsorte auskommt, Ob es daran liegt, das weder Geruch noch Abgang angenehm sind? Wo sind die 5%? Und wann wird es „hoppy“, „fruity“ oder „vanilla tarte“? Da war das Glas schon leer und das Gesicht lang. Aber dann kam das BEAST. Mit 6,6% Angriff auf die Oberklasse. Großartig! Auch die B-Probe eine Woche später. Nicht vom Etikett abschrecken lassen! (Jack Michaelson, „Islington Pub Crawler“)
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Detmolder Privat-Brauerei Strate HÖVELHOFER Jahrelang galt der SV Hövelhof im westfälischen Fußball der oberen Amateurregionen (Verbandsliga, Landesliga) als Inbegriff der Langeweile und merkwürdigen Ostwestfalentums. Die Mannschaft tummelt sich jetzt mittlerweile im Kreis Detmold und nervt nicht weiter Mannschaften wie FC Recklinghausen, Erkenschwick, VfB Hüls oder TuS Haltern. Nun kommt aber die Damenriege der Detmolder Privat-Brauerei Strate um die Ecke mit einem Hövelhofer „Sennebier“ und nennt das auch noch „schnuckelig“. Eventuell könnte ich mich hinreißen lassen Frl. Simone Strate oder ihre Schwester Friederike Strate als „schnuckelig“ zu titulieren (was diese dann hoffentlich schärfstens zurückweisen würden!), aber niemals diese Heideplörre! Bier langweiliger als Landesliga Westfalen Gruppe 5! (Gastkommentar von Birger Höpfner)
Daniel Thwaites Star Brewery: STRONG ALE: Ein schönes, kräftiges, gut gehopftes, leckeres Bier. Im Vergleich zum Fisch-Bier des Monats September, GOLDMINER, eine geschmackliche Steigerung. Da es eine Blind-Verkostung war, stellte sich erst später heraus, dass etwas „fish“ in diesem co-op-Produkt enthalten ist. Offenbar ist das ein Muss bei co-op. In geringen Mengen nicht zu kalt getrunken dürfte es jedoch keine bleibenden Schäden verursachen. *(*) von ***
Ungleich leckerer kamen jedoch zwei südenglische Biere daher. SUMMER LIGHTNING, vielfach ausgezeichnetes „Sommerbier“ (Flaschengärung) und OLD THUMPER aus der Ringwood Brewery mit schon kräftigen 5,6%, das einem milden Schwarzbier sehr nahe steht. Das Suchen nach „fish“ blieb erfolglos, aber die Zusammensetzung aus verschiedenen Malzen und Hopfensorten ist schon beeindruckend – bei beiden! Klarer Fall: ** von ***
14.9.08 Vor zwei Wochen fragten wir, ob Fisch im Bier bzw. Bier mit Fisch wohl auch unseren Leser munden könnte. Nun hat sich eine Gast-Tester-Gruppe bereit gefunden, einen Blindtest durchzuführen. Zur Verkostung kamen Detmolder Herb, Marston's Pedigree und Gold Miner aus der Freemeiner Brewery. Nachgespült wurde mit Branik Lager, London Pride und Mineralwasser. Was niemand merkte: eine dieser Sorten kennzeichnet auf seinem Etikett, dass neben Gluten, Malz, Hopfen und Wasser auch Fisch enthalten ist. Die Überraschung war groß: niemand schmeckte den Fisch heraus! Die Entscheidung war knapp - auch wenn gesagt werden muss, dass keines der Biere für "ahh", "oho" oder gar ein "Donnerwetter" sorgte. Knapp vorne: Detmolder Herb, gefolgt von Gold Miner und Pedigree. Einigkeit herrschte bei der blauweißen Testgruppe: würde sich die Mannschaft immer so viel Mühe geben, wie sie selbst bei An- und Abtrunk, Hopfen- und Malzanalyse: der (nun muss es leider raus!) S 04 würde besser da stehen!
Das ist drin in Gold Miner. Aber so "truly irresistible" ist es nun doch nicht. Obwohl, ein, zwei Halfpints kann man sich schon mal genehmigen. Tut wirklich nicht weh!
Zum Thema Fisch im Bier, Aale und Bier, Bier und Aal sowie Aale in der Zentralheizung (Heino Jaeger) erreichte uns dieser Leserbrief: "Na herbstlichen Glückwunsch, Herr Bierstein. Schon vor Wochen haben sie uns begeistert mit verschiedenen Ale-Verkostungen, wo sogar Fisch drin war. Gerade uns Norddeutschen ist bewußt, daß Ale vom Aussterben bedroht sind, weil sie häufig den Räuchertod sterben. Auch wenn sie sich dabei so winden, wie ein Seppenser angesichts von Seife und Wasser. Aber nun haben es die Aale weit gebracht ! Der Aal ist Fisch des Jahres: Natürlich dank einer wachsenden Lobby, die sich für ihn stark gemacht hat, ich möchte hier nur kurz erwähnen: Aal Gore, Aal Quaida, Aal-Dinord und Aal-Disüd und nicht zuletzt der Aal-Mächtige vom Brunnenhof. Ja und eben den großen Aal-Verkoster Bierstein. Mein Respekt, Herr Bierstein. Sie sind eben immer der Zeit voraus. Denn auch Ihre Musik, der Blues, kommt aus - Aal Abama. Und was rufen ihre Freunde immer ? Sch ... Aal-ke Ihr Hopfenbauer (Wortklauber)"
Ein Liter Soester (nicht "Söster"!) Dunkel wurden dem Testpersonal auf dem innerstädtischen Freisitz von Hüte-Hermann von eben jenem zur Verkostung freigegeben. Und Hermann tat gut daran! Sonst eher von bescheidenem Biergeschmack tat der Mann in Soests "Zwiebel", einer alten Hausbrauerei einen guten Griff. Schön malzig, dabei leicht fruchtig ohne aufdringlich zu werden, tat dieser Westfalentrunk am lauen Sommerabend seinen Dienst ganz ausgezeichnet. Das später gereichte Veltins (sog. "Bier") schaffte es nicht, das Soester Dunkel aus der Erinnerung zu löschen. Da konnte Gutes mal nicht von Böses vergolten werden. Danke, Zwiebel!
Schloss Eggenberg Urbock - Ein starkes Stück...äh... ein starker Schluck Österreich
Endlich! Lange gesucht und doch so einfach im BILLA in Neustift/Öst. gefunden und für wenige Euro erworben. Lange drunherum geschlichen, die Bierweltliteratur ausbebreitet, ein schönes Weinglas von der Nachbarin ausgeliehen, plopp!... und … ahh! Ja, doch… malzig, dabei ordentlich Hopfen (je drei bis vier Sorten Malz und Hopfen). Teufelszeug!? Nur 0,33l im Flascherl, aber nach ca. einem fünftel Liter schawummert es schon schön und angenehm. Bier-Guru und ex-Bierstein-Intimus Michael Jackson empfiehlt zu diesem Bier „Pastete oder exquisiten Käse“. CAMRAs Chief-Writer Roger Protz … Ich sage: ein Fläschchen Urbock 23° reicht auch für einen netten Abend ohne Essen und passt zu einem ARTE Fernsehfilm von Vögeln, Fischen und Ziegen auf Borkum. Beim Fußball eher ungeeignet. Urteil: ** mit Tendenz zum dritten Stern. (s.a. Trappistenbiere) 2.11.08 H.B.
Hadmar Bio, Weitra Bräu, A-3970 Weitra
(August 08) Im gut gefüllten BILLA-Bierregal hielt das nach dem Gründer der ältesten österreichischen "Braustadt" benannte Bier unbeirrt seinen Platz neben Zipfer, Kaiser und Co. Der Geschmackstest dann 700 km nördlich. Gut gehopft und leicht malzig. Mit 5,2% überraschend leicht bei dem vollen Geschmack. Ärgerlich: nur eine Flasche stnd zur Verfügung und die war ruckzuck alle… www.bierwerkstatt.at
Egger Märzenbier, Privatbrauerei Fritz Egger, A-3105 Unterradlberg
Nicht vom Begriff "Premiumqualität aus Österreich" auf dem Etikett abschrecken lassen! Wer ein volles, süffiges Märzen mag sollte sich in BILLA und anderen Supermärkten mit dem Egger eindecken. Einwandfrei. www.egger-bier.at
8.5.2008 Herr S., ein zumeist untadeliger, wenn auch gelegentlich zu Zerstörung neigender und der Schifffahrt völlig abholder Typ, machte aus seinem schweren Los des "Einsitzens" in einer einschlägigen Bochumer Anstalt das "Beste" und schickte seinen Biertest der etwas anderen, knappen, undifferenzierten Art, an Brews & Blues. Wir stellen diesen Beitrag zur Diskussion.
Hallo Herr Tabellenführer !
anbei schicke ich Ihnen einen Foto mit Inhalt "Fußball und Bier" vom gestrigen Abend ! Erkenntnis: Fiege geht mal gar nicht, schon gar nicht zum Fußball ! Wenn sowas schon ein Schalker sagt, muss an der Sache ja schon sehr viel dran sein ! Über eine Veröffentlichung auf ihrer Bierseite würde ich mich freuen....
Ein soignierter Preisboxer (?) ist der Blickfang des Etiketts. Offensichtlich schlägt Mr. Jack einen gefährlichen linken Haken, denn neben "extra special", "premium strong ale" and "expertedly brewed" will diese spezielle Abfüllung für den ASDA-Kunden (siehe ALDI, PLUS etc) mit einem mächtigen linken Haken aus dem Supermarkt-Einerlei heraustreten. "A pleasing ale with hidden strength" - so nennt man das wohl im Land, wo 3,5% - 4,5% alc. eher die Norm ist. Aber es gibt nichts zu lästern: kräftig, trocken, bitter. Bei 9°C optimal: hier wird noch etwas Nussiges geschmeckt, oh, und dort ein wenig bittere Schokolade. Die Hopfennote bleibt unentdeckt, aber ich vermute mal eine tüchtige Handvoll Golding Kent Hop. Das gibt alles in allem *(*) oder ein glattes "PRIMA, LECKER, NOCH EINS".
15.5.2008 Blitz-Biertest im Wasserschloss. (HrB.) Anlässlich eines internationalen Fußballwettspiels kam ein britischer Klassiker zur Blindverkostung auf den Tisch. Ein lohnendes Unternehmen, diese Blindverkostung. Kräftig, dabei frisch, fruchtig mit einer bitteren Note - das konnte doch nur OLD PECULIER sein, das uns der Soligtranspürierdienst da auf den Tisch schmuggelte! Bravo! Politisch unkorrekt, aber völlig verdient gewann dann später ein Club mit einem Gas-Emblem.
Black Sheep Ale, 4,4% *(*) und Riggwelter, 5,7% **
Neben Old Peculier, dem Flaggschiff der britischen Bier-Merkwürdigkeiten, kommen aus Masham (allerdings aus einer anderen Brauerei!) auch noch andere wunderbare Tropfen : Riggwelter war im südlichen Münsterland "Bier des Monats März 2008" und erstaunte mit Heftigkeit, Würze und Witz, das einem rheinischen Alt, ich denke da eher an Schumacher und Uerige als an Bolten oder Füchschen oder Diebels, nicht nachstand. Aus bisher ungeklärten Gründen war nur ein Testfläschchen vorhanden, sodass es keine weitere Zeugen für diesen wunderbaren Tropfen gibt. Großartig auch das Black Sheep Ale für Momente, die nach einem leichten Bier verlangen, z.B. ein bevorstehender Zahnarztbesuch, Führerscheinprüfung bzw. Nachprüfung oder wenn man mal einen Vortrag über die Gefahren des Alkohols halten sollte könnte müsste. Geschmeichelt würde ich mich fühlen, wenn mich jemand fragte, was denn ein Riggwelter ist. Please, feel free to contact us at Brews & Blues.
Etwas vernachlässigt wurde in den letzten Wochen die schwere Arbeit der Biertester zu würdigen. Hier sehen wir zwei unerschrockene Kontinentaleuropäer in Richmond's finest, THE SWAN, wie sie sich mit Proben auf den Weg zur schweren, verantwortungsvollen Arbeit des Real Ale Testens machen. Hut ab vor diesen mutigen jungen Männern!
Ende März 2008 erreichte der Kutscher vom Soligtrans-Poussierdienst nach schwerem Wetter im "channel" doch noch das winterliche Westfalen mit einem Sack voller Überraschungen und Toppprodukten britischer Braukunst! Neben bekannten,aber nicht weniger sehnsüchtig erwarteten Proben der Brauereien Fuller's, Badger, Black Sheep und Wychwood stehen demnächst die Kleinbrauereien Skrimshander, Black Sheep, Crow Valley und Ridgeway im Fokus kontinentaler Tester. Still gefeiert - ohne mal Kritikerbleistift zu stiften - wird dieser Artikel mit einem Ruddles County. Gekühlt, nicht kalt!, "a nice brew to start that football night" (M. Jackson, 1998, a.a.O.) Cheers! Thanx George!
An einem kühlen Vorfrühlingsabend scharten sich um eine Literflasche MEDARDUS SCHWATTES Herr Hans (Wuppertal) und die südmünsterländische Pilsnase Herr Bierstein. Ziel war es ein frisch ergaunertes Bier aus Lüdenscheid zu verkosten und der Theorie zu widersprechen, dass zwischen Hagen-Dahl und Olpe-Veischede kein gescheites Bier gebraut werde. Das SCHWATTE hatte keinerlei Mühe die beiden Kritikaster verstummen zu lassen und nach genüsslichem Abtrunk und Komplett-Verzehr ein altes Schwimmbad und einen jungen Braumeister so zu loben, dass ihm die Ohren geklungen haben mögen.
19.3.2008, Medardus, 2. Teil: Ein Liter Helles hatte das gesamte Testpersonal zur Verfügung und mit "oho" und "mmhh" schlug sich der Lüdenscheider Saft auch beim Königsblauen einen Stein ins Brett. Das schmeckte fruchtig, feinherbe Note beim Abgang, prima Schaum. So gefällt uns Lüdenscheid! Und weil es gerade so geschmeidig lief, wurde ein großer Belgier ans Tageslicht gezerrt: McChouffe aus der Brasserie D'Achouffe in den Ardennen. Da stand der Trappist aber Pate! Die 8% Alkoholgehalt dieses sämigen Volltrunkes stießen komplett auf Gegenliebe. Fast war man geneigt zu sagen: welch feines Weinchen...
Aus der Gräflich zu Stolberg'schen Brauerei Westheim im Sauerland überraschte das mit Spannung erwartete "Graf Stolberg Dunkel" mit einer derartigen Geschmacklosigkeit, dass es mich schier zerriss. Hatte nicht vor wenigen Jahren der große Kollege Michael Rudolf dieses Bier über die Maßen gelobt? Sprach er nicht von einem "extra aristokratischen Biervergnügen"? Nun, leider ist Michi nicht mehr und die aristokratischen Brauer vom Rande des Sauerlandes glauben nun ihren Unfug fortsetzen zu können. Geht einem das dunkle Bier nur schwer hinunter, will das "Wildschütz Klostermann naturtrüb" erst gar nicht rein! Grau-bräunlich-grünlich wälzt sich die, nennen wir es mal "Flüssigkeit", ins Glas und stirbt sofort. Vorsichtiges Schnüffeln und mutiges Schmecken bringen die Gewissheit: der abgebildete Wildschütz hat wohl den Brauer vor der Vollendung seines Werkes um den 14.1.08 (?) oder gar "07"? herum erschossen. Wie könnte sonst so ein Getr…, nein, so eine Flüssigkeit!, als Bier die gräfliche Braustätte verlassen haben können? (Konjunktiv II, zugegeben, etwas ungewöhnlich, aber ich befinde mich hier auf dem heiklen Pfad der Vermutung und auf der Suche nach der Ehrenrettung der sauerländischen Bierbarone oder deren Braumeister) Und da wir schon im Sauerland sind, heißt das Westheimer Pilsbier dann auch "Premium Pilsener" und schmeckt auch nicht viel anders als die Verwandten aus den Nachbarorten Warstein und Grevenstein. Bleibt natürlich die Frage: Wie kann eine ausgewiesen handwerklich und traditionell arbeitende Brauerei, der Region verbunden und der Qualität verpflichtet (siehe Webseite) dabei den Geschmack so vernachlässigen? Wie können mir an einem Tag drei derartige Fehl-Sude angeboten werden?
Kann mich jemand widerlegen? Michi? Ach nee, du ja nicht mehr…
Sommer 1988: bei einem Biertest-Festival in Marl/Westf. traten auch diese junge Burschen auf. Bei einem anderen Bierfestival in London (England) 15 Jahre danach gab es diese Combo nicht mehr und die HAMSTERS tranken dort auf.
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1. März 2008 China gegen Thailand? Hüte-Hermann gegen Herrn Bierstein? So schlimm kann das Biertesten sein!
Freudig wurde das asiatische Koi-loo-won-Fest, das traditionell zu Beginn des Monats der Kopfschmerzen zwischen Thailand und Kamchatka gefeiert wird, mit Salzgebäck, Glückskeksen und Flaschenbier auch im tiefsten Westfalen begrüßt. Koi-loo-won, das klingt wie es sich anhört, so ungefähr wie "joijoijoi" oder "manno…ey…". Also schnell eine Flasche TSINGTAO entkorkt und 0,33 l fein eingeschenkt. Der Schaum hat es ganz eilig, während die Nase auch nach längerem Forschen nichts riecht. Das Etikett spricht von bestem Gerstenmalz und feinstem Hopfen. Ich sage: das ist Rohstoffverschwendung oder glatte Lüge. Und tatsächlich: Reis ist auch dabei - und vermutlich tonangebend! Wenn ich denn mal in China wäre, könnte dies die lokale Alternative zu anderem unsäglichen, weltweit erhältlichem Stoff wie Bud's, Heineken, Warsteiner, Foster's u.ä. sein.
Nun zum thailändischen CHANG BEER. Wasser, Gerste und Hopfen (laut Etikett) produzieren beachtliche 5%, die im Antrunk wie ein abgestandenes Märzen daher kommen und dann ganz schnell so was von eklig-phenolisch-chemisch-gruselig werden, dass es den Tester aus dem Sessel haut! Das Aufstoßen und das nun nicht unerwartete Sodbrennen setzen schneller ein, als bei jeder Stadionbratwurst in Herne und Gelsenkirchen! Laut Halsetikett haben die brauenden Siam-Kater 1998 in Australien eine Gold Medal at the Beer Awards bekommen. Wofür genau steht allerdings nirgends. Meinem wohlmeinenden Spender Hüte-Hermann gilt der Gruß in die Ferne und der Dank für die Symbolik der Gabe verbunden mit der Bemerkung, dass es mir wieder besser geht und er nicht wieder in Frankfurter Asia-Läden kaufen sollte. Wenigstens kein Bier! (H.B.)
Vorsicht! Dieses Bier gewann schon mal eine Gold Medal in Australien!
Rhöner Schwarzer Peter Privatbrauerei Peter, 97645 Ostheim
Machen wir's kurz: nicht überall, wo BIO drauf steht, ist auch lecker drin. Stichwort "Bionade": die respektable Ostheimer Familie Peter braute erst Bier, dann Limonade bzw. Bionade. Biologisch, sozialverträglich, in allen Ehren. Nun eine halbe Drehung zurück und auf einmal steht auf den Bionadeflaschen (wo natürlich kein Bionade drin ist) BIER. Der Brauer braut wieder und der bierclub.de, diese Spürnase im Auffinden von Merkwürdig- und Alltäglichkeiten der deutschen Bierszene, schickt mir ein Probierpaket zum wohlgefälligen verkosten. Zuerst der "Schwarze Peter": 4,9%, 0,33 Liter, das wird zu schaffen sein. Der Optimismus war unbegründet: nur wenige Schlucke genügten, um nichts, aber auch gar nichts Leckeres oder bierähnliches schmecken zu können. Wie weiland das Allgäuer Winterzaubertröpfchen ruft der Ausguss in der Küche. Halt! Noch einmal zurück und gut nachspülen, klarspülen. Zeitsprung. Eine Woche später: noch lockt ein Schwarzer Peter zur B-Probe. Na gut, zwei Chancen hat jeder verdient. Oh ja! Bei Herrn Bierstein ist alles beim Alten geblieben! Schmeckt diese dunkle Brühe nicht noch dieseliger, abgefeimter gar? Tatsächlich! In der nach unten offenen Geschmacksskala noch weiter abwärts, du Schwarzer Teufel! Zwei Schluck reichen diesmal, Küche, Spülbecken usw. (s.o.)
PS: Das Premium Pils sieht zwar in der weißen Flasche hässlich aus, so 'n gesundes Uringelb triffts wohl, aber die 0,33 Liter gehen gerade und ohne zu mucken herunter und tun nicht weh.
PPS: Die Gelbe Lili (ein Litschibier) und der Rote Holle (ein Holunderbier) entziehen sich all meiner Beschreibungskraft. Das kann kein Bier sein! (H.B.)
Aus dem Themse-Tal schickt uns die Wychwood Brewery nach dem Hobgoblin nun ein feines, aromatisches Honigbier. Wie verhext! Hübsches Wortspiel, leicht im Geschmack, die 5% spürt man wirklich nicht und ich bin geneigt zu sagen: selbst zum afternoon tea keine schlechte Wahl (wenn man den Tee weg lässt)! Zudem verspricht head brewer Jeremy Moss, dass mindestens ein Viertel der Zutaten dem "Fairtrade" entstammen und das offizielle Logo gibt mir ein noch besseres Gefühl beim Trunk. **
Bereits Anfang des Jahres traten im westfälischen Haltern zwei etwa gleich große Brauereien zum Vergleich an. Dem Test-Panel wurden aus dem deutschen Allgäudas Schäffler Winterzauber ("der" Winterzauber?) und aus dem Vereinten Königreich(St. Peter's Brewery, Suffolk) Produkte zugeführt, die bis dahin unbekannt waren.
Für das Allgäu, mit Felsquellwasser aus 1000m Höhe gebraut, sprang elegant der Winterzauber in den Ring, stutzte, stolperte und fiel auf die Nase. Was ist das? Bier? Zuckerwasser?Biermischgetränk? Sind aber Hopfen, Malz, Wasser und Hefe drin - streng nach dem dem bayerischen Reinheitsgebot! Warum können die dann kein ordentliches Bier damit herstellen?
Schäffler, Schäffler bzw. Grassl, Grassl (Braumeister), das ging daneben! 5,2% für die Katz! 27 Punkte auf der Richter-Skala machen sich nicht gut.
Aber schauen wir erst mal über den Kanal nach Suffolk. Da soll die St. Peters Brewery ein Bio-Bier, das mal bei CAMRA erwähnt wurde, herstellen, ja, sogar brauen, das "outstanding" ist. Dann mal rein damit! Als musikalische Untermalung wird eine Schallplatte aufgelegt: Richard Bargels "Babe!" von 1988 (warum spielt hier keine Rolle!).
Das riecht aber lecker! Da vermuten wir mal eine gehörige Portion Pale Halcyon Hops! Yes!, sagen die Geschmacksknospen! Herrlich nachbitternd, voll im Mund, schöner Schaum - und schon sind europäische 0,5 l verkostet ("degustiert", Schulz! Nase! Gaumen! Zunge! Dann erst schlucken! - Das ging jetzt nur unseren Lehrling etwas an!). Bei etwa 10° Temperatur gelingt dem Nischenprodukt in der außergewöhnlichen Flasche (kein Pfand! Abzüge in der C-Note) bei nur,aufgepasst, Schäffler-Grassl!, 4,5% ein erstes neues, sensationelles Geschmackserlebnis in 2008. Jetzt schon zum Bier des Jahres vormerken!
Für die Statistiker: 91 Punkte. Das war kein Punktsieg, das war ein K.O.!
Ohne den Altmeister und Doyen der südmünsterländischen Degustierszene, Dr.Göse, mussten seine Adlatusse ein mittelschweres Programm bewältigen. In drei vom Tagesfortbildungsbeauftragten willkürlich ausgesuchten Lokalitäten kamen zwischen 15 und 20 Uhr folgende Biere zur Verkostung:
0,33 Pott's Landbier
2x 0,25 Hövels
2 x 0,3 Stuhlmacher Lager
0,17 Abbott Ale (5%)
0,17 Strong Suffolk (6%)
0,17 Old Peculier (4,8%)
0,17 Black Bull (Theakston, 3,9%)
Nicht verkostet wurden u.a. La Chouffe N'ice, Duvel, Grolsch, Ruddles, Newcastle Brown Ale u.a.m.
Sieger einstimmig nach Gefühl: Strong Suffolk vor Stuhlmachers Lager (vermutlich von Hacker gebraut) und Black Bull. Enttäuschend diesmal: Old Peculier (siehe auch Bericht weiter unten!)
Gute Beziehungen zu lippischen Einheimischen bescherten Herrn W. ein Probepack Thombansen Bier. Je ein Liter Pils, Export Hell und Export Dunkel wurden tadellos der Verkostung zugeführt.
Das dunkle Export, man mag gar nicht glauben, dass es nur 4,8% hat, erhielt recht positive Bewertungen des Test-Panels, während das helle Export nach einigen verzweifelten Anläufen leider weg geschüttet werden musste - nicht ohne vorher den merkwürdig metallischen Geschmack und unschönen Geruch verdammt zu haben. Das Pils darf noch etwas ruhen, bevor sich die Testgruppe wieder einmal an die schwere Arbeit der Degustation macht. (H.B.)
Das konnte nicht gefallen: Thombansen Export Hell
Nachtrag: Aufmerksame Leser werden bemerkt haben, dass noch gar nicht das PILSENER verkostet wurde! Am 1. Januar war es dann aber so weit und es war - prima! Lecker! In Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Kräutertropfen war der erste Höhepunkt des Jahres erreicht! (H.B.)
Wird hier die Forderung der deutschen Brauer konterkariert???Wir besuchten einen fragwürdigen Biertest der Superlative: Die norddeutschen und westfälischen Koryphäen der Bierschmeckkunst trafen sich zu einer schweren Arbeitssitzumg. Was Prof. Göse und Dr. Brunnenhof so alles gut finden, lesen Sie unten!
Biertest Offline!
An einem stürmischen Dezemberabend trafen sich im westfälischen Institut die Experten Prof. Göse und Dr. Brunnenhof, um ihrem Adlatus Herrn Bierstein mal dermaßen was vorzuverköstigen, dass es nur so eine Art hatte. Die Sieger nach einem komplizierten Bewertungssystem kamen aus Bamberg, Cham, Bochum und Stralsund. Die internationale Wertung gewann ein Belgier. Lobend erwähnt wurden einige Exoten wie Bamberger Schwärzla, Fiege Alt, Fiege Gründer Hell, Pinkus Müller Jubilate. Warnung an alle Kinder und Jugendlichen: diesen Test nicht nachmachen! Er übersteigt euer Taschengeldbudget gewaltig! (Stichwort "Schuldenfalle" !)
Chimay testen??? Das kann auch nur dem Zwickel-Peter und Bierstein einfallen! Chimay steht, ja fliegt!, über allen anderen! Im Bild das Grand Premier mit 8% in der 0,75 l - Flasche. Nachtrag: Im Juni 2009 verstarb Peter Bücker, ein Brauer und Künstler mit Ideen, Visionen und zu viel Pech, als es eigentlich richtig losgehen sollte.
Nachwuchs-Tester Pierre J. besuchte das Wismarer Brauhaus. Hier sein Bericht.
Meinen Verpflichtungen nachkommend habe ich das Brauhaus am Lohberg zu Wismar besucht. Eine gemütliche Atmosphäre, eine schnelle, freundliche und vor allem fachkundige junge Bedienung. In der Schankwirtschaft wurde gebraut und die Ausdünstungen waren auf allen Etagen spürbar. Ein wenig störte das leise Pfeifen irgendwelcher Maschinen (vielleicht eine Steueranlage? Oder die Ventile der Gärtanks?) Das Brauhaus war zur Mittagszeit gut besucht. Die Speisekarte bietet für jeden Geldbeutel etwas (auch z.B. für Fachlehrer und Studienräte), von deftig und lecker bis hin zu den üblichen verdächtigen Kleinigkeiten für verwöhnte Damen. Es gab drei Getränke im Ausschank, probiert habe ich zwei: ein Pilsener und die Wismarer Mumme. Letzteres ist mein Favorit, mild auf der Zunge, malzig im Geschmack mit einem angenehmen Abgang. Das Oktoberfestbier wurde ausgelassen.Gruß Pierre (FB - Gruppe Technik, Sport und Bier)
Oho, ein Urstoff-Spezial-Märzen und nur 5,4%. Eigentlich sollte dieses Mitbringsel aus der Rhön (?), genauer: der Klosterbrauerei Münnerstadt, ein Verkostungshighlight des Monats werden. Aber blitzschnell, wirklich in Sekundenschnelle, zerstieb das Vorhaben beim Auflösen bzw. nicht-Wachsen des Schaums bzw. nicht-Vorhandenseins des Schaums. Geruchsneutral, braun im Glas mäandernd. Vorsichtig ein Schlückchen genommen. Nix. Da! Im Nachtrunk eine angenehme Bittere erschmeckt und - wieder nix. Nun aber den Rest des Glases in zwei großen Schlucken hinein gewürgt, tat gar nicht weh, und fertich! Ein dunkles Bier für Warsteiner - Trinker? Ein Urlaubs-Souvenir, das vor Ort (in der Klosterbrauerei???) vom Fass vielleicht mundet? Sooo schlecht kann ein Märzen doch gar nicht schmecken?! Immerhin fahren nach meinen Informationen Dutzende junger Männer extra nach Münnerstadt, um dieses Mönchs-Fake kartonweise und hektoliterfach zu ergattern und (illegal?) über bayrische, hessische und westfälische Grenzen zu schmuggeln! Also die Literatur gewälzt: natürlich ist die Klosterbrauerei keine "Kloster"brauerei, sondern ein Nebenerwerbsbetrieb der berüchtigten Weydringer-Familie in Roth, die mit ihren Hunderten (Übertreibung!) Bieren (Rother Bräu) ganze Landstriche überschwemmt, aber leider nie was g'scheits in Fass und Flasche füllt! Zurück zum Urstoff. Biertest-Online (www usw.) beschäftigt eine Reihe unabhängiger Tester und die Mehrheit findet Gefallen, sogar teilweise großen Gefallen an diesem Gebräu. Mmmh… Weitere Literatur: Michael Rudolf: 2000 Biere. Der endgültige Bieratlas des im März 2007 verstorbenen thüringischen Bierpapstes gönnt dem Urstoff das Prädikat "Offenbarung" (jedoch nur im Vergleich zu den anderen Weydringer Plörren!) - immerhin! Wieso komme ich nicht zu einem ähnlichen Urteil? War es falsch gelagert? Zu warm im Kofferraum durch den Sommer und die Republik gereist? Auf der Terrasse in der Sonne malerisch unter den Geranien platziert? Im Kinderzimmer unter dem Bett neben den Paletten mit Hansadosen (die kann man wiederum immer und ewig und überall bei allen Temperaturen lagern!)? In der beheizten Garage? Man weiß es nicht, aber der Verdacht verdichtet sich, dass dieses Bier gar nicht so schlecht sein kann, wie ich es geschmeckt habe und dass irgendwas zwischen der Abfüllung im Juni und dem Test im November schief, sehr schief, gelaufen sein muss! (H. Bierstein)
Achtung! Eine Gabe des bierclub.de - kein freiwilliger Kauf!
Der vom Fernsehen bekannte und nur schwer erträgliche rheinische Fernsehkoch und Dampfplauderer Horst Lichter bringt in Zusammenarbeit mit der ältesten Altbierbrauerei der Welt nun ein "lecker Bierchen" heraus, das unter anderem in seinem Restaurant "Oldiethek" (genau so schwer erträglicher Name) ausgeschenkt wird und jetzt auch in 0,33 l Bügel-Gebinden in den Handel kommt. Damit die angesprochene Klientel, vermutlich die hibbelige, aufgedrehte Fernsehstudio- und Lehrerinnen- und Sekretärinnenmischpoke, im Trinkgut oder Trink & Spar auch ja nicht diesen eierköpfigen Hopfenzwerg verpasst, ist auf dem Etikett der Pfannenschwenker neben seiner Karikatur auch noch abgebildet: mit Foto und hohem Erkennungswert! Aufgepasst: dieses Bier wird und wurde nach dem "Deutschen Oldiethekgebot" gebraut, was da glauben machen will: "Lecker ist besser!". Gut, dass alles eine Geschmackssache ist… - meinen Geschmack trifft Bolten diesmal nicht: flach, labberig, Landbier-mäßig bzw. mäßiges Landbier. Muss man sich Sorgen machen, dass diese großartige Brauerei mit den herrlichen Altbieren sich nun dem Mainstream anpassen MUSS? Oh je…
13.Oktober 2007 Allgäu gegen Sauerland
Im Samstagabend-Kampf traten zwei Bügelverschlussflaschen gegeneinander bei Herrn Bierstein an. Es folgt der Kampfbericht.
erhältlich in vielen Trinkgut - Filialen und bei "Trink und Spar"
Umständlicher Name, keine Spritzigkeit. Dittsche würde sagen:"Och…, das perlt aber man gar nicht." Hans Hermann Höss, der Brauereibesitzer, verkündet dagegen:"(…) verpflichten wir uns zu höchster Qualität und bestem Geschmack (…)" Wenn er da mal nicht den Mund zu voll nimmt! Seine Hirschbräu Privatbrauerei, u.a. auch berüchtigt für teures Bier in Bügelflaschen, die in kleinen unpraktischen Holzkisten ausgeliefert werden und wohl "urig" wirken sollen, braut ein gutes Dutzend Biere wie "Holzzar" und "Neuschwanstein". Weiter auf der Suche nach einem richtig leckeren Allgäuer Bier bleibt der enttäuschte Herr Bierstein.
Klare Ansage, knapper Name und trotz Ur-Plopp und gewaltigem Zisch kein Dittsche - Bier! Viel zu kräftig und malzbetont, feiner Abgang (Rezens). Nichts für "aus-der-Flasche-Trinker"! Braumeister Jürgen Gudemann gelingt auch in diesem Jahr wieder ein Klasse-Bier, ein feines Märzen. Biersteins Lieblingsbier aus der Integrationsbrauerei mit den hehren Zielen.
A contest between these particular great and famous British beers... sorry... Ein Vergleich zwischen diesen beiden besonderen Vertretern der britischen Bierkultur schien spannend zu werden. Insbesondere wegen der veränderten Rahmenbedingungen: erstmals mussten sehr verschiedene Trinktemperaturen beachtet werden. Ungewöhnlich für ein Brit-Beer der Aufdruck "Drink Cold" - und das meint 6° - 10°! Der Stern auf dem Etikett wird bei Temperaturen über 11° automatisch blau, kräftig blau!, und warnt den Trinker: halt, zu warm! Überhaupt die Flasche bzw. die Etiketten: zum 80jährigen Brauereijubiläum haben sich die Tyne-Städter richtig was einfallen lassen und man mag die Flasche gar nicht wegstellen, weil man immer wieder was Neues liest! Im Vergleich zum Kentish Ale klarer Sieger! Aber da geht es ja nur um die B-Note! Die A-Note wird durch den Geschmack und das Aroma ermittelt. Und jetzt wurde es spannend: ein sehr kühles Bier (Newcastle 8°) gegen ein englisch-Keller-kaltes Bier (Bishop trat mit 11° an). Wie würde sich das auf die Geschmacksnerven auswirken? Zuerst das leichtere, aber kältere Newcastle: frisch, süffig und aus. DAS britische Massenbier wird nicht unter REAL Ale gelistet und da kann der Fachmann nicht die vielfältigen Geschmacks- und Aromanoten erwarten. Trotzdem: Newcastle Brown Ale dürfte auch Warsteiner- und Veltins-Trinkern nicht sehr weh tun. Bishop's Finger, ein Strong Ale, wird seit 50 Jahren von der Shepherd Neame Ltd. als erstes "Starkbier" nach der Weltkriegs bedingten Malzrationalisierung gebraut. Der Name leitet sich von einem Wegweiser auf dem Pilgerweg nach Canterbury ab, der Geschmack jedoch von einer Vielzahl von Malzen und Hopfenarten. Das Bier ist bei aller Malzigkeit stark gehopft und erinnert so an "Schwarzbiere", bleibt beim Aroma jedoch "britisch". Satte 5,4% (die Brauer haben in den letzten Jahren den Alkoholgrad stetig angehoben) machen Bishop's Finger schon zu einem Barley Wine, was unserem "Weihnachtsbier" ungefähr entspricht.
So geht aus diesem Nordost - Südost - Wettkampf der starke Finger des Bischofs als klarer Sieger hervor. Dass der Sieg nicht noch deutlicher wurde, liegt an der schönen aktuellen Aufmachung der Newcastle-Brauer und Designer. Zwei wunderbare Begleiter an diesem Samstag zwischen 18 und 20 Uhr - Sportschauzeit - mit teilweise furchtbaren Ergebnissen, wie z.B. nur ein Unentschieden für Bremen, eine Niederlage für Bochum...
Dank der Mobilität eines gewissen Suderwicher Fuhrunternehmers können an den nächsten Wochenenden die Semifinals und das Finale um die Beer Giants Trophy ausgetrunken werden. Es stehen einige britische Topp-Biere zur Verfügung. Im ersten Halbfinale hatte es Pedigree, ein typischer Brite mit 4,5% sehr schwer gegen Old Peculier, den Geheimfavoriten, der sofort mit 5,6% antrat und dem leichteren, nur weniger besser schmeckenden Bitter aus Burton upon Trent in Mittelengland, keine wirkliche Chance ließ. Im ehrlichen Kampf "Bitter Ale vs. Bitter Ale" dürfte Marston's Pedigree jedoch nie chancenlos sein! Vielleicht hat ja der etwas herbere Abgang und das massive "weinige" Bouquet von Old Peculier gegenüber der Frucht betonteren Note den Ausschlag gegeben? Egal - beide 0,5 l Flaschen konnten nur jeweils 30 Minuten dem Test - Kollegium standhalten. Sieger mit 87:79 Punkten und erster Finalteilnehmer: Old Peculier aus Ripon in Yorkshire.
Das nächste Halbfinale wird zwischen Newcastle Brown Ale, Spitfire, Bishop's Finger und Hobgloblin ausgelost. Bald auf dieser Seite! Frisch wie immer mit den besten Grüßen: Herr B.
Die Rastätter Hatz - Brauerei stellte dem Test-Panel eine Flasche mit rotem Etikett und eine mit grünem Etikett zur Verfügung. Die Hälfte der Testgruppe fand das "grüne" Bier, 50% dagegen das "rote" Bier besser. Insgesamt schmeckte es ganz gut, tat nicht weh und wird wohl bald vergessen sein. Tja, auch so können Degustationen verlaufen…
Hofbrauhaus Hatz, 76437 Rastatt
Hatz Export, Hatz Pils
Nachtrag: Das Hatz-Pils wurde von den unbestechlichen www.bierclub.de Betreibern zum Bier des Jahres ausgelost. Na ja...
"Naa… Sonntagabend 'ne kleine "Brunette" vernascht?" "Nee, nur 'ne "Blondine"…"
Jetzt aber…na, also…pfffhhh… Was ist das denn für eine Seite oder Homepage? Jaha, lieber Leser, Sie sind und du bist schon auf der Bier-Seite des ehrenwerten Herrn Bierstein, der ein freudvolles abendliches Erlebnis mit "Blondine" aus Belgien hatte. Nichts für Anhänger großer Biere aus dem Sauer-, Sieger- oder Rheinland! Bei 9% alc in der homopoetischen Dosis von 250cl einfach Klasse! Morgen knöpfe ich mir die "Brunette" vor. Blondine und Brunette werden nach einem Rezept von Hopduvel in der van Steenberge Brouwerij, B-Ertvelde gebraut und kosten ca. €1,30 das Fläschchen.
Oktober 2007, unterstützt von SOLIGTRANS, dem Fuhrmann Ihres Vertrauens!
Offensichtlich verändert der Waldschrat Hobgoblin alle paar Monate Geschmack, Zusammensetzung und Aroma. Vor einiger Zeit kam das Strong Ale mit 5,5% und einem eher fruchtigen Aroma daher - was mir persönlich gut gefiel und zu einem meiner britischen Favoriten machte. Nun fiel mir eine Flasche mit "neuen" 5,2% in die Hände, na ja, und sofort ins Glas! Ein großes Chimayglas schien mir der richtige Aufbewahrungsort zu sein. Dunkelbraun lief das mit Spannung erwartete Hexenwald-Gebräu hinein, bildete Schaum - und verlor ihn sofort wieder! Nase rein: eher methylisch als fruchtig oder mythisch. Und beim Geschmack wird es eher bitter-schokoladig. Und so steht es denn auch auf dem Etikett: "full-bodied & well balanced with a chocolate toffee malt flavour, moderate bitterness & a distinctive fruity character and ruby red glow." Well, ich sehe das immer noch eher als "dunkelbraun" an... Fazit: der aktuelle Hobgoblin erinnert an ein nicht ganz gelungenes Orval (ein Sorry nach Belgien!) Siehe auch anderer Stelle: Bee Wyched
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Biertest aktuell!Das geht runter wie Sauerbier! Noch hat die Person links relativ viele Haare, die Person rechts trinkt seit Jahrzehnten belgisches Göse-Bier.